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Chronik der Luftsportgruppe Südwest e.V.

"Flugzeuge, Halle, Piste, Gaststätte und Campingplatz sind nur die materiellen Aspekte der Geschichte der Luftsportgruppe Südwest. Der wirkliche Lohn von Tausenden von Arbeitsstunden liegt in den unvergesslichen Erlebnissen und vielen schönen Flügen."

 


1951

Am 17. Februar 1951 wurde im Gasthaus zum Ochsen die Segelfluggruppe Wyhlen gegründet, die als die Vorgängerin der heutigen Luftsportgruppe Südwest bezeichnet werden kann.

Gründungsmitglieder waren:

  • Gerhard Baumbach (1. Vorsitzender 1951 – 1952)
  • Fritz Brunner
  • Karl Bürgin
  • Karl-Heinz Dubian
  • Dr. Otto Haberer
  • Heinz Kaiser
  • Karl-Heinz Lederer
  • Heinz Lohmann
  • Karl Scheffelmaier

Im Mai 1951 wurde von den Alliierten das Verbot des Segelflugs aufgehoben.

 


1952

Die Mitglieder der Segelfluggruppe Wyhlen waren in die schon im Jahre 1950 gegründete Luftsportgemeinschaft Hotzenwald integriert.

Erste Flugversuche fanden an Ostern mit einem Grunau-Baby auf dem Fluggelände in Hütten statt.

 


1953

Karl Scheffelmaier wurde 1. Vorsitzender der Segelfluggruppe Wyhlen.

Segelflieger der Segelfluggruppe Rheinfelden mit ihrem Vorsitzenden Fritz Isele waren zunächst in die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald und später in die Luftsportgruppe Südwest integriert . Sie begannen im Winter mit der Schulung auf den Eisweihern in Rheinfelden mit einer SG 38. Kurt Springer machte im Frühling den ersten Hochstart mit der SG 38 .

Kurt Springer mit der SG 38 am Eisweiher (Rheinfelden)

 


1954

Auf der Suche nach einem geeigneten und genehmigungsfähigen Fluggelände, das auch im Winter Flugbetrieb ermöglichte, wurde man in Herten fündig. Es bestand aus 54 meist quer zur Start- und Landebahn verlaufenden Grundstücken. Von allen Eigentümern musste die Erlaubnis eingeholt werden um fliegen zu können. Eine Baracke, die als Werkstatt diente, wurde von der Fa. »Eisenbau Wyhlen« in der Eisenbaukolonie aufgestellt.

Der »Bergfalke« der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald wurde auch von Mitgliedern der Segelfluggruppen Wyhlen und Rheinfelden geflogen.

Bergfalke der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald

 

Weil kein eigenes Flugzeug vorhanden war, plante man einen »Doppelraab« zu bauen. Gleichzeitig wurde unter der Leitung des Meisters Surbeck (Eisenbau Wyhlen) eine Winde (EWAG) mit Horch-Motor gebaut. Die Winde kam dann auch auf dem Hotzenwald zum Einsatz.

Die erste Winde der Luftsportgruppe Südwest

 


1955

Karl-Heinz Dubian wurde 1. Vorsitzender.

Im Februar wurde mit den Gemeinden Herten und Degerfelden ein Vertrag über das Flugplatzgelände abgeschlossen.

Parallel zum Fluggelände plante man gleichzeitig den Bau einer Halle.

Im Oktober 1955 fand der erste Flugtag statt.

Flugtag in Herten

 


1956

Zum Jahresbeginn 1956 wurde die »Rhönlerche« D-8794 (BWLV Nr. 5452) gekauft. Sie erhielt den Namen »Dinkelberg« und wurde hauptsächlich von Karl-Heinz Dubian und Kurt Springer vorfinanziert. Gründungsmitglied Karl Bürgin soll damit seinen ersten und letzten Alleinflug gemacht haben. Man sagt ihm nach, er sei vor dem Fliegen immer zuerst in die Kirche gegangen...

Die Rhönlerche, erstes eigenes Segelflugzeug der Luftsportgruppe Südwest

 

Das Innenministerium Baden-Württemberg, Abteilung für Verkehr, genehmigte im Frühjahr 1956 das Fluggelände in Herten.

Die ministerielle Zulassung (zunächst beschränkt bis 1958) wurde erteilt für:

  • Luftfahrerscheininhaber Klasse II (L II)
  • Luftfahrerscheininhaber Klasse I (L I) nach Einweisung vom Fluglehrer
  • Doppelsteuerschulung (Schüler, jedoch keine Alleinflüge)
  • Nicht genehmigt waren Motorflugzeuge

Der Kommandant der 1. Französischen Fliegerdivision hatte sich notfalls die Aufhebung der Segelflugtätigkeit vorbehalten!

Geflogen werden durfte auf dem Flugplatz in Herten nur von ca. Oktober bis Ostern in der »Wachstumsruhezeit« , da das Fluggelände in der übrigen Zeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt wurde. Vom Frühjahr bis zum Herbst gingen die Hertener Flieger auf den Hotzenwald.

Von der Fa. »Eisenbau Wyhlen« wurde die Baracke, die bereits seit 1954 als Werkstatt diente, nach Herten verlegt.

Die »Baracke«, die als Werkstatt genutzt wurde

 

Im Schopf des Gasthauses »Zum Wasserturm« wurde eine Jodel D-11 gebaut. Beteiligt waren Kurt Gottstein, Peter Preis, Walter Leber und Otto Haberer.

Frau Gottstein und Peter Preiss im Jodelrumpf

 


1957

Die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald hatte eine gebrauchte »Meise« erstanden, die auch von den Hertenern geflogen werden durfte. Leider brach bei einer Schiebelandung in Sisseln der Schwanz ab. Zu allem Überdruss dauerte der als »Fünfstünder« gedachte Flug von Pilot Heinz Kaiser auch nur 4 Std. und 50 Min.: Doppelpech.

Das Jahr 1957 stand ganz im Zeichen der neuen Ka 6 und des Hallenbaus. Die Ka 6 wurde weitgehend von der Familie Dubian vorfinanziert. Bis dahin wurden die Flugzeuge in der Sägerei Witwer und die Winde in einem Dreschschopf der Gemeinde Herten untergestellt.

Die Ka 6 wurde von Horst Grosse am 6. Oktober eingeflogen. Lange Jahre war sie das Prunkstück des Vereins. Neider nannten sie die »Vorstandsmaschine«, weil nur erlauchte Flieger sie bewegen durften. Die Taufe erfolgte durch den katholischen Pfarrer am 19. Oktober auf dem Schulhof in Wyhlen.

Ka 6-Taufe auf dem Schulhof in Wyhlen

 

Die neue Halle wurde sozusagen um den alten Schuppen herum gebaut. Die Wände des Schuppens dienten später als Rückwand und Tor. Während der Bauzeit war das »Inventar« im Dreschschopf eines Bauern untergestellt.

Das Baumaterial für die neue Halle (Masten, Wellblech usw.) wurde auf dem »Armenweg« von der Aluminium Rheinfelden, den Kraftübertragungswerken Rheinfelden und der Post beschafft. Karl Bürgin besorgte die Langholzfahrten.

Bau der neuen Halle

 

Hinsichtlich der Finanzen wurden alle Möglichkeiten ausgeschöpft. 50to gesammeltes Altpapier ergaben immerhin DM 3.500,—

Egbert Schmidtke, genannt »Eggi«, war kein Landespezialist. Infolge einiger abenteuerlicher Landungen erhielt er Startverbot und dazu eine Buße von DM 100,— aufgebrummt, abzahlbar in monatlichen Raten à DM 10,—.

Als Seilrückholer diente immer noch ein 500cm2-Motorrad der Marke »Diamant«.

Seilrückholer mit dem Motorrad

 

Der Flugtag fand in diesem Jahr am 20. November statt. Die Motorflugzeuge, die Vorführungen absolvierten, durften jedoch nicht landen. Der Flugtag war trotz der späten Jahreszeit ein voller Erfolg.

 


1958

Die Flugplatzgenehmigung wurde bis zum 28. Februar 1965 verlängert. An der Fastnacht in Grenzach und Wyhlen war der Flugplatz inzwischen so populär, dass ihn sich eine Narrenclique zum Thema machte.

In der Zwischenzeit wurde die Jodel D-EJEL fertig gebaut und im April in Stuttgart vorgeführt. Kurt Springer soll den Plan gehabt haben, mit ihr unter der Brücke des Kraftwerkes hindurch zu fliegen. Schließlich begnügte man sich aber sinnvollerweise damit, während der Einweihung des Stadions Rheinfelden ein paar Kurven zu fliegen. Im März zierte die Hertener Jodel das Titelblatt des »Adler«.

Auf dem Fluggelände mussten weitere rund 100 Grenzsteine tiefer gesetzt und der »Grabenverlauf« verdohlt werden. An der neuen Halle wurde fleißig gearbeitet. Weiteres Material kam von zwei Bohrtürmen der Solvay-Werke. Die neue Halle war im Frühjahr fertig.

Die neue Flugzeughalle

 

Am 27. und 28. Oktober fand wieder ein Flugtag statt. Walter Leber startete als Clown. Auch die Burda-Staffel war da, Fallschirmspringer und die Piper von Lale Andersen. Der Gewinn betrug rund DM 1.000,—.

Das Jahr fand Ende Dezember mit einem Kameradschaftsabend im Gasthaus »Engel« seinen fliegerischen Ausklang.

 


1959

Im Rheintal war es oft schwierig, nach einem Winden-Start Thermik zu finden. Die relativ geringe Starthöhe von ca. 270m ließ nur 3 – 4 Minuten Suchzeit zu. Dann musste man an der Position 150m über Grund wieder zur Landung ansetzen. Daher wurde nun eine Genehmigung zum Flugzeugschlepp beantragt.

Im Frühling fand der 1. Fliegerball in Wyhlen statt.

Mit fleißiger Hilfe durch Mitglieder der Luftsportgruppe Südwest startete am 30. März der Gasballon »Bernina« des Kinderdorfes Wahlwies zu seinem Jungfernflug.

Gasballonstart in Rheinfelden


Die Platzarbeiten nahmen kein Ende. Von den Mitgliedern wurden die Bohrrohre von den Solvay-Werken verlegt, der Weg südlich des Platzes mit Kalkschutt belegt, das Fluggelände planiert usw.

Rohrverlegung auf dem Flugplatz

 

Der Flugtag musste infolge schlechten Wetters zuerst verschoben werden. Lediglich die Modell-Flieger konnten starten. Der Gewinn fiel mit DM 200,— entsprechend »mies« aus. Der Flugtag wurde dann aber am 4. Oktober nachgeholt.

Peter Preis und Kurt Springer nahmen mit der Jodel D-EJEL von Herten aus am Südwestdeutschen Rundflug teil.

 


1960

Die finanzielle Lage erlaubte keine großen Sprünge. Die meisten Vorhaben wurden auf Pump verwirklicht.

Fritz Berger baute zwei Jahre lang im 1. Stock der Firma Sahner ein Grunau-Baby mit Namen »Reblus«. Flügel und Nasenbeplankung waren jedoch wellig. Der 1. Start (Walter Leber) war unbefriedigend. Anschließend stand der Segler zwei Jahre in Herten, wo er gegen eine Gebühr von 50 Pfennig von Mitgliedern hätte geflogen werden können, wurde dann aber stillgelegt. Viel Arbeit umsonst...

Der Flugtag (auch Flieger-Chilbi genannt) fand am 27. und 28. August statt.

Die Hertener Ka 6 machte als Höhepunkt am Flugtag einen tiefen Überflug mit 200 km/h.

Da die Anforderungen im Schulbetrieb immer größer wurden, hatte sich Kurt Springer – um an mehreren Stellen gleichzeitig sein zu können – ein »flottes« Fortbewegungsmittel zugelegt.

Kurt Springer auf dem Weg zu seinen Flugschülern

 


1961

Ein Flugschüler aus Pirmasens landete mit der letzten Propellerumdrehung und ohne Sprit in Herten und fragte ziemlich verstört: »Ist hier Karlsruhe?«

Zwei neue Flugzeuge kamen in diesem Jahr nach Herten. Aus Oberwiesenfeld holte Kurt Springer den Nurflügler AV 36 und Karl-Heinz Dubian kaufte privat einen Doppeldecker Tiger-Moth aus Langenthal (CH).

Die AV 36 von Kurt Springer

 

In Köln Butzweilerhof fand die Segelflugweltmeisterschaft statt. Die Hertener Ka 6 nahm ebenfalls daran teil. Sie wurde dem Südrhodesier M. Harris ausgeliehen.

Die Flugzeughalle wurde um 6 Binderfelder vergrößert.

Der Hallenanbau

 


1962

Mehrere Grundstücke auf dem Fluggelände konnten gekauft werden.

Aus Elchingen wurde von Karl-Heinz Dubian eine Condor IV gekauft. Da der F-Schleppbetrieb in Herten noch nicht genehmigt war, wurde das Flugzeug auf dem Bohlhof stationiert und den Segelfliegern aus Herten zur Verfügung gestellt. Die F-Schlepps auf dem Bohlhof erfolgten mit der Tiger-Moth (de Havilland HB-UBF) von Karl-Heinz Dubian.

Die Condor IV von Karl-Heinz Dubian

 

Auf dem Flug zum Bohlhof, wo man F-Schlepps mit der Condor plante, stürzte am 4. August die Besatzung Baumbach / Dubian mit der Tiger-Moth in den Möhliner Wald. Die Piloten wurden schwer verletzt, das Flugzeug erlitt Totalschaden. Absturzursache: Einfliegen in eine Windscherung.

Die Tiger-Moth im Möhliner Wald

 


1963

Am 2. Juli wurde der Verein unter dem Namen »Luftsportgruppe Südwest e.V.« mit Sitz in Grenzach erstmalig in das Vereinsregister eingetragen. Der Verein erhielt eine eigene Satzung.

Als Zweck wurden die Pflege des Flugsports und die Ausbildung angegeben.

Der Verein umfasste nun schon 30 Aktiv- und 21 Passiv-Mitglieder.

Vereinskassier »Bobby« Heitz konnte das erste Mal auf einen Kassenüberschuss hinweisen!

Mit Eva Matthies aus Grenzach trat erstmalig eine Frau als Aktivmitglied in die Luftsportgruppe Südwest ein. Sie brachte es bis zum neu erworbenen »L-Spatz«, hörte dann aber mit der Fliegerei leider wieder auf.

In der Lindenschule Wyhlen wurde am 23. Juli eine Modellbau-Jugendgruppe gegründet.

Kurt Koppenhöfer erhielt eine Außenlandegenehmigung für seine »Klemm 25 Ib« D-ENAF.

Der Flugtag dieses Jahres blieb allen in deutlicher Erinnerung, weil der Überschallknall eines Düsenjägers diverse Fenster in Basel und Umgebung zertrümmerte.

Die Nationalzeitung aus Basel berichtete am 25. März unter dem Titel »Fensterscheiben eingedrückt«:

«...Pünktlich um 16.00 Uhr kam von Westen her in einer Höhe von nur wenigen hundert Metern ein ausländischer Düsenjäger über die nördlichen Quartiere Kleinbasels geflogen, während eine zweite Maschine sich in einer Höhe von annähernd 8000 Metern bewegte. Als der erste der beiden Düsenjäger die Quartiere um den Friedhof am Hörnli überflog, durchstieß er die Schallmauer. Nacheinander erfolgten zwei ungewöhnlich heftige Detonationen, wie man sie bis jetzt noch nie gehört hat...«

Im Rahmen des umfangreichen Flugprogramms fanden verschiedene Vorführungen statt, u.a.

  • 3er-Schlepp mit der Burda Staffel
  • Vorführungen einer DO 27
  • Segelkunstflug mit der Ka 6
  • Banner-Schlepp
  • Modellvorführungen
  • Absprünge aus einem Hubschrauber
  • und ein Gummiseilstart mit der SG 38.

Gummiseilstart am Flugtag 1963 mit Walter Leber

 


1964

Die fünf Mitglieder der Segelfluggruppe Rheinfelden schlossen sich der Luftsportgruppe Südwest an. Dietmar Schnee wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Der Vorstand setzte sich nach den Neuwahlen wie folgt zusammen:

  • 1. Vorsitzender: Dietmar Schnee
  • 2. Vorsitzender: Gerhard Baumbach
  • 1. Kassierer: Ernst Heitz
  • 2. Kassierer: Hans Kordik
  • 1. Schriftführer: Dr. Heinz Buschbeck
  • 2. Schriftführer: Rudolf Kistler
  • Gerätewart: Lothar Andris
  • Hallenwart: Rolf Ücker
  • Windenwart: Karl-Friedrich Moll
  • Platz/Pacht: Karl-Heinz Dubian

An der Mitgliederversammlung wurde Karl-Heinz Dubian für seine langjährigen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

 


1965

In der Wyhlener Werkstatt wurde die Rhönlerche überholt.

Die Rhönlerchenüberholung

 

Die Luftsportgruppe Südwest hat eine Ka 8 D-8815 erworben. Sie wurde von Dietmar Schnee und Lothar Andris bei der Firma Götz in Villingen abgeholt.

Die Ka 8 im Landeanflug

 

Am 4. April fand mit großem Erfolg und ohne »Überschallschäden« der diesjährige Flugtag statt.

Flugbetrieb und Mitgliederzahl nahmen bis 1965 derart zu, dass die Luftsportgruppe Südwest alleiniger Halter des Flugplatzes in Herten wurde.

 


1966

Kurt Springer gelang von Herten aus ein interessanter Wellenflug. Am 6. Juli stieg er in der Thermik auf 1100m über Platz, um dann in einer Welle weiter Höhe zu gewinnen. Wie hoch es ihn insgesamt trug, ist leider nicht bekannt.

Karl-Heinz Dubian wurde das »Otto Lilienthal-Diplom« verliehen.

Nach 7-jährigen Bemühungen erhielt die Luftsportgruppe Südwest endlich die Genehmigung zum Flugzeugschlepp. Hans Hagist kaufte eine Morane, die für F-Schlepps dem Verein zur Verfügung stand.

Die »Hagisthalle« wurde als Anbau an die schon bestehende »Koppenhöferhalle« auf privater Basis fertiggestellt. Gleichzeitig wurde das Vereinsheim ausgebaut.

Der Bau der »Hagisthalle«

 

Bobby Heitz und Kurt Springer nahmen am Hahnweide-Wettbewerb teil.

 


1967

Kurt Springer flog beim Hotzenwaldwettbewerb am 3. Juni nach Nendingen im Donautal. Leider musste er dort auf einer Wiese landen und sich zurückholen lassen.

Die Ka 6 nach einer Außenlandung

 

Im Frühjahr erwarb die Luftsportgruppe Südwest einen L-Spatz D-8842.

Hermann Gehring im neuen L-Spatz

 

Das neue Vereinsheim wurde eingeweiht. Es wurde ordentlich gefeiert, Hähnchen am Grill und Fassbier ließen die Arbeiten schnell vergessen.

 


1968

Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurden Karl-Heinz Lederer zum stellvertretenden Vorsitzenden und Kurt Springer zum Schriftführer gewählt.

Das Richtfest für die neue Halle (heutige Segelflug- und Motorseglerhalle) erfolgte am 7. September. Die Kosten beliefen sich bis dahin auf DM 17.000,— ohne die erhaltenen Spenden. Bis zum Richtfest leisteten die Mitglieder rund 6400 Arbeitsstunden.

Die Richtfestfeier der neuen Halle

 

In diesem Jahr zählte der Verein 44 Aktiv- und 27 Passiv-Mitglieder.

An dem Hotzenwaldwettbewerb nahmen drei Flugzeuge der Luftsportgruppe Südwest teil.

In das Vereinsheim wurden eine Wasserleitung verlegt und ein Telefon installiert. Der Strom wurde nach wie vor mit einem Notstromaggregat erzeugt.

Aus der Flugstatistik für 1968 ging hervor:

Segelflug:

  • Starts: 836
  • Flugstunden: 202

Motorflug:

  • Starts: 616
  • Flugstunden: 264

 


1969

Die neue Halle war endlich fertig und wurde ihrer Bestimmung übergeben.

Die neue Halle der Luftsportgruppe Südwest

 

Der nun regelmäßig jedes Jahr stattfindende Ziellandewettbewerb in Herten wurde von den Schweizer Piloten Fritz Mahrer und Gerhard Sumi gewonnen.

Kurt Springer feierte sein 10-jähriges Jubiläum als Fluglehrer.

Karl Scheffelmaier erhielt in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste für die Luftsportgruppe Südwest das Diplom »Otto-Lilienthal«.

«Gusti« Hufschmid musste mit seiner eigenen Motormaschine wegen eines Motordefekts notlanden. »Der fliegende Bauer von Lindau« brachte ihn mit einer Piper nach Herten zurück.

 


1970

Da Dietmar Schnee am 16. Februar mit sofortiger Wirkung als 1. Vorstand zurücktrat, musste die Vorstandschaft in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung neu gewählt werden.

  • 1. Vorsitzender: Ernst Heitz
  • 2. Vorsitzender: Karl Scheffelmaier
  • 1. Schriftführer: Lothar Andris
  • 2. Schriftführer: Hermann Gehring
  • 1. Kassierer: Rudolf Kistler

An der Generalversammlung wurde nach heftigen Diskussionen der Kauf eines Motorseglers beschlossen. Fritz Schelker stellte der Luftsportgruppe Südwest für den Kauf ein Darlehen zur Verfügung. Kurt Springer und Bobby Heitz konnten den ersten Motorsegler der Luftsportgruppe Südwest von Dachau nach Herten überfliegen. Die Flugstundengebühr wurde mit DM 24,— festgelegt.

Ernst Heitz und Kurt Springer mit dem neuen Motorsegler in Herten

 

Nach reiflichen Überlegungen trennte sich aus rechtlichen Gründen die Luftsportgruppe Südwest von der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald. Die LSG Südwest war die einzige Gruppe der LSG Hotzenwald, die einen eigenen Flugplatz betrieb und unterhielt. Es wurde gemeinsam erklärt, die freundschaftlichen Beziehungen vollumfänglich zu erhalten und auszubauen. Die Flieger vom Hotzenwald wurden in Herten hinsichtlich der Gebühren wie eigene Mitglieder behandelt. Diese Regelung galt auch umgekehrt.

Seit dem Frühjahr gastierten Segelflieger der Segelfluggruppe Roche in Herten und nahmen rege am Ausbildungs- und Flugbetrieb teil. Vertreter der Fluggruppe war Hans Jörg Sprenger. Die Flugschüler schulten mit der Rhönlerche der Luftsportgruppe Südwest, da sie keinen eigenen Doppelsitzer hatten. Fluglehrer war Dr. Andres Frank, der auch die Mitglieder der Luftsportgruppe Südwest schulte.

Die Aktivitäten der Roche-Gruppe in Herten wurden von einigen Mitgliedern der Luftsportgruppe Südwest nicht nur mit Wohlwollen gesehen. Als sich die Roche-Gruppe anbot, eine Halle mit Mitteln der Hoffmann La Roche zu bauen, lehnte die LSG Südwest diesen Vorschlag ab. Man befürchtete, dass die SG Roche-Gruppe zu viel Einfluss gewinnen würde.

Am 28. Mai versuchte Ernst Heitz den ersten 300 km Flug mit der Ka 6 von Herten aus in den Schweizer Jura zum Lac de Youx. Leider musste er nach der Wende in Frankreich landen.

Am Kameradschaftsabend konnten auch Bürgermeister Rufle und Ratsschreiber Winkler begrüßt werden. Den Ziellandewettbewerb (Wanderpreis gestiftet von G. Hufschmid) gewann Kurt Springer. Der »Mufti« für den letzten Sieger ging an Werner Brombacher.

Der St. Nikolaus (Rolf Ücker) kam mit der Morane angeflogen und verteilte an die im Vereinsheim versammelten Kinder Geschenke. Anschließend gab es für die Kleinen Kakao. Frau Kistler stimmte Weihnachtslieder an.

Der Nikolaus kommt mit dem Flugzeug

 

Der Mitgliederbestand hatte sich bis zum Jahresende auf 93 erhöht, zwei Ehrenmitglieder, 59 Aktivmitglieder und 32 Passiv-Mitglieder. Erstmals flogen in Herten vier Pilotinnen (Matthies, Schatz, Holtmann und Lippock).

Für die Luftsportgruppe Südwest begann das EDV-Zeitalter. Die Mitgliederdaten wurden von Rudi Kistler und Manfred Kasten auf Lochkarten erfasst. Die erste Mitgliederliste wurde per 1.10.1970 erstellt.

Die Statistik für den Segelflug lautete:

  • Windenstarts: 1879
  • Flugzeugschlepp: 294
  • Flugstunden: 387

Es konnten einige weitere Pachtverträge mit Landeigentümern in Herten und Degerfelden abgeschlossen werden.

Kurt Springer trug im Jahre 1970 seinen 4000sten Start in sein Flugbuch ein, 3079 davon als Fluglehrer. Und das alles ehrenamtlich.

Kurt Springer mit Urkunden

 


1971

Mit Eintragung im Vereinsregister vom 14. April wurde der Sitz der Luftsportgrupe Südwest e.V. von Grenzach nach Herten verlegt.

Das Genehmigungsverfahren der Sonder-Landeplatz-Zulassung lief. Eine Entscheidung wurde jedoch in diesem Jahr nicht mehr erwartet, da das Straßenbauamt und das Wasserwirtschaftsamt Einspruch erhoben hatten. Kurt Springer erhielt vom Regierungspräsidium Freiburg den Auftrag, eine Flugplatzbetriebsordnung zu erstellen.

An der Generalversammlung wurde die bestehende Vorstandschaft bestätigt.

In Gesprächen und Arbeitssitzungen mit der Gruppe Roche wurden die Möglichkeiten der gegenseitigen Flugzeugnutzung diskutiert. Darüber hinaus wurde über den Mitgliederstatus diskutiert, da die Piloten der Gruppe Roche nach wie vor keine Aktivmitglieder der Luftsportgruppe Südwest waren. Greifbare Ergebnisse konnten nicht erzielt werden.

Nach dem irrtümlichen Ausklinken des Motorflugzeuges bei einem F-Schlepp hatte sich das Schleppseil in der Luft um das Höhenruder des Spatz gewickelt und dieses bis zum Holm »eingesägt«! Ohne es zu bemerken flog Paul Rentsch noch gut 45 Minuten. Er bemerkte den Schaden erst nach der Landung.

Paul Rentsch mit dem defekten Höhenruder

 

Die Luftsportgruppe Südwest gehörte neu dem Kulturring Herten an.

Der Flugtag fand am 28.März statt.

Der Weg von der Bundesstraße zum Flugplatz wurde geteert.

Wie im Vorjahr wurde ein Fluglager von den Segelfliegern in Hütten ausgerichtet. Die diversen ersten Alleinflüge sowie fliegerischen »Erfolge« wurden täglich gebührend gefeiert.

Im Oktober wurde auf Initiative von Jürg Gehrig eine Fallschirmsprung-Aktion in Freiburg gestartet, an der etwa 20 Mitglieder teilnahmen. Die meisten kamen so zu ihrem Erstabsprung. Der Breisgauverein für Fallschirmsport e.V. in Freiburg stellte großzügig Material und Flugzeug gegen eine preisgünstige Gebühr zur Verfügung und wies die „Sprungschüler« ein.

Die Fallschirmspringer pflegten – wie die Segelflieger auch – den Brauch des »Hosenspanners« nach dem ersten Sprung. Sie schienen allerdings in den Armen sehr viel mehr Kraft zu besitzen! Einige Absprünge hinterließen Wunden, die dann abends mit Bier begossen wurden.

Da die Kassenführung bis dahin nur mit einem Kassenbuch (Einnahmen und Ausgaben) erfolgte, wurden auf Wunsch des Vorstandes sämtliche Starts mit Gebühren manuell nacherfasst und in der 1. Bilanz und Erfolgsrechnung der Luftsportgruppe Südwest zum 31.12. dargestellt.

 


1972

Horst Grosse wurde vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband für seine 40-jährige Tätigkeit als Fluglehrer geehrt. 18 Jahre davon hatte er in Herten geschult.

Die Vorstandswahlen brachten diverse Wechsel:

  • 1. Vorsitzender: Ernst Heitz
  • 1. Schriftführer: Siegfried Kalbacher
  • 1. Kassierer: Manfred Kasten

Fliegerisch stand dieses Jahr unter keinem glücklichen Stern. Es gab zahlreiche Brüche.

März:

Der erste Unfall passierte Hans-Albert Motsch, genannt »Fingerli«, mit der Ka 6. Bei einem zu tiefen Endanflug touchierte er die quer vor der Landebahn 06 verlaufende Stromleitung und prallte unsanft zu Boden, wobei das Flugzeug auf dem Rücken zu liegen kam. Glücklicherweise kam der Pilot mit dem Schrecken davon.

Der Ka 6 Bruch neben der Hochspannungsleitung

 

April:

Attila Papp streifte mit der Rhönlerche im Anflug auf den Platz einen Kirschbaum, weil er ebenfalls zu tief anflog. Beim unsanften Aufsetzen erlitt er eine Rückenverletzung. Bei der Rhönlerche war die Kufe eingedrückt.

Mai:

Bei einem Flugzeugschlepp Morane/Rhönlerche musste Horst Grosse als Fluglehrer in der Rhönlerche eine Notlandung wegen eines Motorausfalls der Schleppmaschine vornehmen, wobei er sich erheblich verletzte. Der Flugschüler kam mit dem Schrecken davon. Beide Flugzeuge erlitten Totalschaden.

Die beschädigte Rhönlerche

 

Die notgelandete Morane

 

Dazu kam noch ein Totalschaden an einem Falken-Motor.

Im Sommer besuchten uns die Segelflieger der Akademischen Fliegergruppe (AFG), die ansonsten auf dem Birrfeld bei Baden (CH) flogen.

Hans Hagist flog mit seiner Morane Minerva nach Marakesh (Marokko).

Am 16. April fand der Flugtag statt.

Aufgrund der großen Resonanz der Motorsegler-Fliegerei wurde ein zweiter Motorsegler angeschafft.

Der Motorsegler mit Uwe Jäger

 

Als Ersatz für die alte Rhönlerche war geplant, eine ASK13 zu erwerben. Die zerstörte Ka 6 sollte durch einen Hochleistungs-Segler ersetzt werden. Leider waren die Meinungen geteilt und das Geld knapp. Es wurde lediglich eine neue Rhönlerche beschafft.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 2528 Arbeitsstunden von Mitgliedern geleistet. Eine Hälfte entfiel auf Arbeiten am Platz und Reparaturen, die andere auf Administration und den Vorstand. Erstmals konnte die Luftsportgruppe Südwest sich wegen der Finanzen nicht beklagen. Der Kassierer wies einen Jahresgewinn von DM 5.560.82 aus. Dazu kamen Spenden in Höhe von DM 8.461,—.

Die Gruppe Roche wollte, um ihren Flugbetrieb zu sichern und die Beziehung zur Luftsportgruppe Südwest zu regeln, einen Vertrag abschließen. Die Meinung der Mitglieder der Luftsportgruppe Südwest war jedoch geteilt, das Vorhaben führte zu heftigen Diskussionen. Schließlich blieb wie bisher ein vertragsloser Zustand.

Die Kantine wurde in wöchentlichem Wechsel von den Mitgliedern geführt und entwickelte sich zu einer guten Einnahmequelle des Vereins.

 


1973

Infolge kommunaler Neugliederung wurde Herten politisch mit Rheinfelden zusammengelegt und im Vereinsregister als neuer Sitz Rheinfelden eingetragen.

Während des Winters hatte man in Herten (Restaurant Kegelbahn) einen Raum für den Wiederaufbau der Rhönlerche angemietet. Nach und nach blieben jedoch die Helfer aus, so dass Restarbeiten vergeben wurden.

Im Verein hatte sich ein »Lörracher«-Klüngel gebildet, dessen Aktionen schließlich zum Rücktritt des 1. Vorsitzenden führten. An der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 27. April bezeugten die Mitglieder Ernst Heitz wieder ihr Vertrauen und wählten ihn erneut zum 1. Vorstand.

Die Luftsportgruppe Südwest beschaffte eine Rettungsausrüstung (Auto, Feuerlöscher usw.).

Das Signalfeld wurde erstellt und die Piste markiert.

Ein weiterer Einspruch aus Lörrach verzögerte nochmals die Genehmigung des Flugplatzes als Sonderlandeplatz.

Für die Luftsportgruppe Südwest begann die Ära der Grundstückskäufe (21,86 ar).

Jürg Gehrig begann mit der Herausgabe eines Vereinsheftes »Loop«

Das Deckblatt vom 1. Loop

 

Anmerkung des Initiators:

"Leider unterstützt die Vorstandschaft das Unterfangen nicht, obwohl die Kosten durch Inserenten getragen werden. Das Bedürfnis, die Mitglieder über das Leben im Verein zu informieren, wird nicht als wichtig erachtet. Der Vorstand möchte sich eine Art Zensur vorbehalten, womit der »Herausgeber« jedoch in Anbetracht der ablehnenden Haltung der Vorstandschaft nicht einverstanden ist. Jürg Gehrig bleibt ein einsamer Rufer in der Wüste, erhält keine Beiträge und Informationen und gibt nach einiger Zeit das Vorhaben wieder auf."

Die »Luftflotte« der Luftsportgruppe Südwest mit der AV 36

 


1974

An der Generalversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt:

  • 1. Vorsitzender: Lothar Andris
  • 1. Schriftführer: Kurt Springer
  • 1. Kassierer: Manfred Kasten

Der Verein hatte 98 Aktivmitglieder:

  • Segelflieger: 52
  • Motorsegler: 30
  • Motorflieger: 16
  • davon 41 noch in der Ausbildung oder Umschulung

1974 war ein Rekordjahr bei den Flugbewegungen mit insgesamt 5344 Starts (im Vorjahr: ca. 4300)

Aus einer überschaubaren Gruppe war ein größerer Verein geworden. Die Organisation konnte nicht mehr in der alten Manier aufrecht erhalten werden. Im Verein fand ein personeller Umbruch statt. Die zweite Generation übernahm Verantwortung und gewann an Gewicht. Die meisten »Pioniere« konnten gut damit leben, ein paar ewig Gestrige, die mit diesem Umbruch nicht zurechtkamen und ihre Zeit hauptsächlich mit »Großtaten« am Stammtisch verbrachten, sorgten bei mancher Gelegenheit für Unfrieden.

Das Klima auf dem Flugplatz war zeitweise so vergiftet, dass die Kameradschaft litt, mehr als mancher wahr haben wollte. Leider muss aber auch gesagt werden, dass das »gute Holz« im Verein nicht die Kraft hatte, die Störenfriede in die Schranken zu weisen.

Während Rudi Kistler in der Vergangenheit jeden Abend die Fluggebühren noch bar eingezogen hatte und die Kasse mit einem Büchlein führen konnte, in dem links die Einnahmen und rechts die Ausgaben standen, musste nun ein Steuerberater mithelfen.

Anmerkung dazu:

Da Aktiva und Passiva für einige Mitglieder Fremdworte waren, wurde an der Mitgliederversammlung vorgeschlagen, man solle doch zum alten System des Kassenbuches zurückkehren. Nur die Rücktrittsdrohungen der beiden Kassierer Manfred Kasten und Jürg Gehrig verhinderten den Rückschritt ins buchhalterische Mittelalter.

Ein Motorfluglehrer begann, in Herten Schulungsflüge auf eigene Rechnung durchzuführen. Gleichzeitig waren Bestrebungen im Gange, einen Campingplatz ebenfalls auf privater Basis zu betreiben. Der Verein untersagte jedoch alle kommerziellen Tätigkeiten.

Ende Januar fand eine Feuerwehrübung auf dem Flugplatz statt. Organisator war Kurt Springer, Gäste waren der Feuerwehrkommandant Rufle und der Kreisbrandmeister Lamm aus Lörrach.

Die neue Flugbetriebsordnung wurde in Kraft gesetzt und die neue Gebührenordnung verabschiedet.

Die Luftsportgruppe Südwest konnte wieder ein Grundstück (48 ar) erwerben.

In Herten wurde die Wilga als phänomenales Schleppflugzeug vorgeführt. Seine Steig- und Sinkflugeigenschaften waren enorm.

Die Rhönlerche wurde in Maulburg fertiggestellt und anschließend verkauft. Als Ersatz kaufte man einen Blanik.

Der Blanik am Start zum F-Schlepp

 

Im Frühling fand ein Schulungslager der SG Roche und der Luftsportgruppe Südwest statt. Fluglehrer waren Horst Grosse (Luftsportgruppe Südwest) und Dr. Andreas Frank (Roche). Aus Herten nahmen 6, von der SG Roche 7 Flugschüler teil. Gemeinsam ging’s besser...

Karl Kunkel, Rolf Zimmermann und Hartmut Fabisch fuhren im Juli mit der Ka 8 zum Fluglager nach Sisteron. Karl Kunkel erreichte mit einer Startüberhöhung von 2850m eine Flughöhe von 4200m.

Der Strecken-Segelflug steckte in Herten noch in den Kinderschuhen, während andernorts schon weite Flüge unternommen wurden. Zur Förderung des Streckenflugs wurde Conny Frey eingeladen, der einen Vortrag zu diesem Thema hielt.

Dr. Andreas Frank erflog als erster Pilot der Luftsportgruppe Südwest die Gold-C.

Da immer weniger Mitglieder bereit waren den Kantinendienst zu absolvieren, wurde das Vereinsheim von der Familie Kelz betrieben.

Der frühere Kameradschaftsabend hatte sich zu einem respektab-len Fliegerball entwickelt. Dieses Jahr organisierte Erich Mutter den Ball, und lud die Gäste im »dunklen Anzug« ein. Auch die Öffentlichkeit nahm Notiz. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer waren Nichtmitglieder!

Die geehrten Mitglieder am Fliegerball

 

Herten wurde nun Sonderlandeplatz mit 2-jähriger Befristung und verschiedenen Auflagen.

 


1975

Kurt Springer und Horst Grosse wurden für ihre langjährigen Verdienste in der Luftsportgruppe Südwest zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Jürg Gehrig rief einen Hertener Streckenflugwettbewerb ins Leben. Unter Leitung von Kurt Springer fand vom 1. bis 10. Mai der erste Clubklasse-Wettbewerb in Herten statt. Es nahmen 12 Mannschaften an 5 Wertungstagen teil. Leider gingen die ersten Plätze an auswärtige Piloten:

  • 1. Platz: Erich Meyer (LGH)
  • 2. Platz: Werner Kramer (LGH)
  • 3. Platz: Team Karl Kunkel / Claus Dieter Zink (Roche-LGH)

Nach dem Wettbewerb wurde unser »alter« Spatz D-8842 an Werner Brombacher verkauft, der damit bis heute noch viele schöne Flüge unternimmt.

Werner Brombacher zu einem Wettbewerbsflug:

Ich war an einem Wettbewerbstag abgesoffen und wartete auf der Wiese auf den Rückholer. Dabei kam ich mit einem Bauern ins Gespräch, der unter anderem nach meiner beruflichen Tätigkeit fragte. Als ich sagte, ich sei arbeitslos, schaute er zuerst das Flugzeug und dann den Himmel an und machte ein vielsagendes Gesicht. »Und jetzt?« meinte der Bauer. Ich antwortete: »Ich warte auf meine Frau, die mich mit Auto und Anhänger abgeholt«. Der Bauer: »Wenn Sie arbeitslos sind, wird das Auto wohl ein Mercedes sein!« In diesem Moment kommt meine Frau ... im Mercedes.

Nach langen Diskussionen und »Expertengesprächen« kam der Ruf nach einem (Hoch-)Leistungssegler auf. Es wurde eine B4 angeschafft.

Die B4 am Start zum F-Schlepp

 

Die Segelflieger von Herten flogen in diesem Jahr in Samaden, Varese, Montrichier, Courtelary, Münster, St. Johann und natürlich auf dem Hotzenwald.

Der erste Motorsegler D-KACH wurde verkauft und durch einen neuen Falken D-KLDF ersetzt.

Der neue Motorsegler

 


1976

Die Vorstandswahlen ergaben wieder Veränderungen:

  • 1. Vorsitzender: Lothar Andris
  • 1. Schriftführer: Hans Fräulin
  • 1. Kassierer: Kurt Spiegelhalter
  • Fritz Isele wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
  • Karl Scheffelmaier übernahm die Bewirtung im Vereinsheim.

Während vieler Jahre hatten private Motorflieger (Hans Hagist, Hans Fräulin, Hermann Gehring, Kurt Koppenhöfer) die »Schlepperei« in Herten sichergestellt. Sie waren Auslöser vieler schöner Segelflüge und verdienen großen Dank. Trotzdem entstand bei den Segelfliegern das Bedürfnis, eine vereinseigene Schleppmaschine zu besitzen. Man begann, nach einer geeigneten Maschine Ausschau zu halten.

Die Mitglieder Alfred Gassner und Rolf Ücker starteten zu einem Besuch nach Dachau. Nach der Landung wurden sie von der Militärpolizei in Empfang genommen und mussten eine hohe Strafe zahlen: statt auf dem kleinen Flugplatz von Dachau waren sie auf dem Militärflugplatz von Fürstenfeldbruck gelandet.

Für den Blanik wurde ein Anhänger gebaut, der eher einem Möbelwagen ähnelte. Er kam nie richtig zum Einsatz, da er aufgrund seiner Größe und »soliden Bauweise« sich als zu groß und trotz fehlender Verkleidung als zu schwer erwies und von keinem normalen PKW gezogen werden konnte.

Jürg Gehrig organisierte einen »Schnuppertag« für Segelflug-Interessenten. Es gab 60 Teilnehmer.

Felix Kaiser hatte Pech und schmierte in der letzten Kurve zum Endanflug ab. Er landete unsanft im Maisfeld vor der Landepiste 06. Zum Glück kam Felix mit dem Schrecken davon, der Cirrus HB-925 erlitt Totalschaden.

In Herten fand vom 1. bis 9. Mai der 2. Clubklasse-Wettbewerb mit 13 Teilnehmern an 6 Wertungstagen statt. Die erfolgreichsten Piloten:

  • 1. Platz: Erich Meyer ( LGH)
  • 2. Platz: Team Michael Bosse – Uwe Jäger
  • 3. Platz: Team Werner Kramer – Ekhard Neubronner (LGH)

Die Wettbewerbsflugzeuge vor dem Start

 

Vom 17. bis 25 .Juli organisierten die Hertener Segelflieger ein Fluglager am Flugplatz Reiselfingen. Die vereinseigene B4 nahm am Fluglager in Samedan (CH) teil.

Die Flugleitung erhielt einen »Tower« mit Klimaanlage.

Die Planung des Kanalisationsanschlusses begann.

Im Laufe des Jahres wurden diverse Gespräche mit Peter Garni über den Campingplatz geführt. Die Luftsportgruppe Südwest übernahm schließlich die Verantwortung und stellte dazu Richtlinien auf. Ein Vertrag mit Peter Garni regelte den Betrieb.

 


1977

Der Sonderlandeplatz Herten wurde von den Behörden ohne jede Beanstandung überprüft.

Bürgermeister Rufle aus Herten, ein Gönner des Flugplatzes, wurde Passivmitglied.

Karl Kunkel wurde neuer Fluglehrer.

An dem 3. Clubklasse-Wettbewerb vom 14. bis 21. Mai nahmen 15 Piloten teil. Es gab aufgrund des schlechten Wetters nur 3 Wertungstage, aber keine Wertung. Inoffizieller Sieger war das Team Bosse – Hain auf B4.

Am 28.Mai wurde von Herten aus der zweite Versuch gestartet, erstmals einen 300 km Flug zu vollenden. Jaro Misun hatte mit der Vereins KA 8 anfänglich gute Wetterbedingungen, die sich jedoch im Tagesverlauf so verschlechterten, dass das Vorhaben nach ca. 7 Stunden Flugzeit und 240 km Strecke in der Nähe von Blumberg sein Ende fand.

Der Motorsegler D-KAVK wurde verkauft und durch einen neuen Falken D-KDEZ ersetzt.

Das Betanken der Motorsegler und Motorflugzeuge aus Fässern war mühsam und zeitaufwendig. Deshalb wurde mit dem Bau der Tankstelle begonnen. Parallel dazu schritten die Arbeiten an der Kanalisation, der Toilettenanlage und den Duschen zügig voran.

In Rheinfelden fand eine Hobbyausstellung statt, an der verschiedene Vereine ihre Steckenpferde ausstellten. Die Luftsportgruppe Südwest errichtete einen Stand und stellte ein Segelflugzeug aus.

 


1978

Die Bauvorhaben Toilettenanlage mit Wasch- und Duschräumen wurden abgeschlossen, ebenso der Tankstellenbau. Viel Eigenarbeit wurde geleistet. Dank des fachkundigen Rats einiger »Bauexperten« musste auch manche Mehrarbeit geleistet werden. So z.B. beim Kanaltest, wo das Wasser nicht bergab laufen wollte, also hieß es, alles wieder ausbuddeln und nochmals neu verlegen.

Mit den Arbeiten nicht genug, die Planung der Motorflughalle begann.

Der Clubklasse-Wettbewerb fand vom 29. April bis 6. Mai statt.

Im Mai fand wieder das Motorseglertreffen statt.

Ferdinand Schmitt organisierte ein Segelfluglager vom 17. Juni bis 2. Juli in Blumberg. Höhepunkt war der zum Abschluss gedachte »fachmännisch« gewürzte Suppentopf, der noch lange Zeit für Nachdurst sorgte.

Weitere Segelfluglager gab es in Hütten, Samedan (CH), Münster (D) und Sisteron (F), wo mit einem Hertener Segelflugzeug erstmals 6000 m Höhe erreicht wurden.

Die Luftsportgruppe Südwest war wieder an der Hobbyausstellung in Rheinfelden vertreten.

Erstmals fand kein Fliegerball statt, da sich niemand bereit erklärte die Organisation zu übernehmen.

Da die Zahl der Motorpiloten kontinuierlich zunahm, wurde der Ruf nach einer vereinseigenen Motormaschine immer lauter. Schließlich wurde eine Morane 180, die erste vereinseigene Motormaschine, angeschafft.

 


1979

Nachdem die Interessenten der neuen Motorflughalle die Baukosten voll vorfinanzierten und die Beträge auf die Dauer von 10 Jahren »abwohnen« konnten, wurde der Bau in Angriff genommen und fertiggestellt.

Der Hallenbau

 

Der Clubklasse-Wettbewerb fand vom 19. bis 27. Mai mit 14 Teilnehmern statt. Leider gab es wegen des schlechten Wetters nur 2 Wertungstage und somit keine offizielle Wertung.

Das Vereinsheim wurde teilrenoviert und ab diesem Zeitpunkt von der Familie Eberlein geführt.

Die diesjährigen Festveranstaltungen zogen sich erstmals über drei Tage hin. Am 29. Juni wurde die Motorflughalle mit Musik und Tanz eingeweiht. Am 30. Juni fand das von Rudi Winzer organisierte 1. Internationale Motorseglertreffen statt. An dem Treffen nahmen unter der Schirmherrschaft des Landrats Otto Leible 15 Flugzeuge im Rahmen des Dreiländerflugs mit Wettbewerb teil. Am 1. Juli wurde der Flugtag abgehalten.

Alle Veranstaltungen waren ein großartiger Erfolg. Die Mitglieder und Helfer, die quasi Tag und Nacht mit Engagement und Begeisterung im Einsatz waren, haben ein großes positives Echo auch in der Öffentlichkeit hervorgerufen.

An einer außerordentlichen Mitgliederversammlung war das Hauptthema die »Motorflug-Politik« in Herten. Eine Aufnahmebegrenzung für PPL-A Piloten wurde beschlossen.

Die finanzielle Situation der Luftsportgruppe Südwest geriet aufgrund der diversen Bauvorhaben und Investitionen, wie Kanalisation, Halle, Sanitäranlagen und Flugzeuganschaffung in eine sehr kritische Phase. Der fehlende Zuschuss vom Badischen Sportbund, der den Abschluss aller Bauvorhaben voraussetzte, sowie diverse Außenstände führten zu Verbindlichkeiten von über DM 100.000,—. Aus Geldmangel wurde der Werkstattneubau eingestellt.

 


1980

Das Jahr 1980 stand unter keinem guten Stern. Viele Störungen überschatteten die Flugsaison und brachten den Verein in eine nachdenkliche Phase.

Am 9. Februar hatte Walter Obert Pech. Beim Rückflug vom Hotzenwald mit dem Motorsegler sprang der Motor nicht mehr an. Da kein elektrischer Anlasser vorhanden war, wurde bis zum letzten Moment versucht, den Motor anzureißen. Leider ohne Erfolg. Der Flug endete in den Gärten von Schloss Beuggen. Glücklicherweise gab es keine Personenschäden.

Die missglückte Landung bei Schloss Beuggen

 

Am 26. März hatte Karl Enggist mit der Piper vom Hotzenwald ein Problem mit der Banneraufnahme in Hütten. Er flog zu tief an und anstatt mit dem Haken, nahm er den Banner mit dem Fahrwerk auf und überschlug sich bei der anschließenden Notlandung in Herten. Auch hierbei ging es zum Glück ohne Personenschaden ab.

Die Notlandung von Karl Enggist nach der Banneraufnahme

 

Unser Vereinsmitglied Hans Kapp verunglückte im September mit seiner privaten Morane D-EFFI anlässlich eines Rundfluges vom Flugplatz Hütten aus zusammen mit drei Fluggästen tödlich.

Im November mussten wir vom tragischen Absturz der Motormaschine D-EAMR mit unserem Mitglied Walter Thomann und vier Fluggästen, die alle den Tod fanden, Kenntnis nehmen. Die Mitglieder waren erschüttert über diese kaum fassbare Tragödie.

Die fliegerischen Aktivitäten verliefen ansonsten sehr erfolgreich:

Der Clubklasse-Wettbewerb fand mit 12 Teilnehmern an 7 Wertungstagen vom 10. bis18. Mai statt.

  • 1. Platz: Conrad Frey (LGH)
  • 2. Platz: Michael Bosse / Michael Wunderle
  • 3. Platz: Klaus Hain

Am 16. Mai wurde der erste dokumentierte Segelflug über 300 km von Herten nach Karlsruhe/Edelberg und retour von Manfred Kasten auf seiner ASTIR CS geflogen.

Anfang Juli fand das 2. Internationale Motorseglertreffen mit elf Flugzeugen statt.

Im August organisierten die Segelflieger in Sisteron ein Segelfluglager mit allen Segelflugzeugen der Luftsportgruppe Südwest.

Die finanzielle Situation der Luftsportgruppe Südwest hatte sich im Laufe des Jahres weiter verschlechtert und nahm zuletzt dramatische Formen an. Die restlichen Bauarbeiten konnten trotz aufgenommener Kredite, die durch Grundschulden abgesichert wurden, nicht fertiggestellt werden.

 


1981

Kurt Springer lud einige Mitglieder zu einer Krisensitzung ein, um ein Konzept zu erarbeiten, wie die Luftsportgruppe Südwest aus der desolaten finanziellen Situation herausgeführt werden könnte.

An der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde außerplanmäßig ein neuer Vorstand gewählt.

  • 1. Vorsitzender: Wolfgang Kalbacher
  • 1. Schriftführerin: Renate Koppenhöfer
  • 1. Kassierer: Manfred Kasten

Die neue Vorstandschaft setzte sich zum Ziel, die Außenstände und die Verbindlichkeiten des Vereins radikal abzubauen. Der Abschluss des Werkstattbaus wurde mit höchster Priorität vorangetrieben, um die »Lottomittel« endlich zu erhalten.

Der 7. Segelflug-Wettbewerb fand als letzter Wettbewerb vom 23. bis 30. Mai mit 14 Teilnehmern statt. Felix Kaiser und Jürg Gehrig gingen im Team als Sieger hervor.

Im Sommer gingen die Hertener Segelflieger ins Segelfluglager nach Agathazell ins Allgäu.

Am 4. Juli trafen sich 15 Motorsegler beim 3. Internationalen Motorseglertreffen in Herten zum Dreiländerflug. Die Strecke führte über Colmar und Schupfart zurück nach Herten.

Trotz der weiterhin finanziell angespannten Situation entschieden sich die Mitglieder für den Kauf eines neuen Motorseglers D-KOOG. Dieser wurde einerseits aus dem Verkauf des Motorseglers D-KLDF bezahlt und andererseits von den Mitgliedern vorfinanziert.

Der neue Motorsegler

 

Am 25. September fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, an der diverse Satzungsänderungen sowie eine Geschäftsordnung der Luftsportgruppe Südwest verabschiedet wurden. Des weiteren wurde eine neue Gebührenordnung beschlossen.

Wesentliche Satzungsänderung war die Einführung eines geschäftsführenden Vorstandes. Dieser bestand aus:

  • Geschäftsführendem Vorsitzenden: Wolfgang Kalbacher
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Manfred Kasten
  • Leiter Flugbetrieb: Kurt Springer
  • Schriftführer: Renate Koppenhöfer

Im Juni flogen Horst Giessler und Adolf Ellgring sowie Volker Cézanne und Klaus Lorenz mit ihren Flugzeugen von Herten aus nach Spanien.

Das Jahr fand seinen Abschluss mit dem Fliegerball und einem Preisskat.

Dem neugewählten Vorstand gelang es bis zum Jahresende, alle Bankverbindlichkeiten zurück zu bezahlen.

Der Winter bescherte uns einen weißen Flugplatz. Der Flugbetrieb musste über einen längeren Zeitraum eingestellt werden.

Winterlandschaft am Flugplatz Herten

 


1982

Die Bauvorhaben Werkstatt und Wasserleitung mit Hydrant von der Stadt Rheinfelden konnten endlich abgeschlossen werden. Nach langwierigen Verhandlungen von Hermann Vogt und Manfred Kasten mit dem Badischen Sportbund trafen nun endlich die Lottomittel ein. Nach dieser Aktion sowie dem »gnadenlosen« Eintreiben der Außenstände konnte die Luftsportgruppe Südwest wieder aufatmen.

Überschattet wurde die Segelflugsaison durch den Blanikbruch, verursacht durch einen Montagefehler, bei dem Kurt Springer samt Flugschülerin Karin Koppenhöfer glücklicherweise unverletzt davon kamen.

Die Segelflieger ersetzten den Spatz, der an Werner Brombacher verkauft wurde, durch eine gebrauchte ASTIR CS D-7439, die weitgehend von den Segelfliegern vorfinanziert wurde. Das Kunststoffzeitalter wurde in Herten eingeläutet.

Der ASTIR CS im Flug

 

In der Luftsportgruppe Südwest wurde erstmalig ernsthaft und kontrovers über die Platzzulassung für Ultraleicht-Flugzeuge (UL) diskutiert. Eine Einigung über das weitere Vorgehen gab es zunächst nicht.

Jahres-Höhepunkte waren das Motorseglertreffen im Juni, die Teilnahme am Trottoirfest in Rheinfelden (vom Fliegercocktail spricht man heute noch , da man nach dem 3. regelrecht »umflog«) und der Fliegerball.

 


1983

Im Flugzeugpark der Luftsportgruppe Südwest gab es weitere Veränderungen. Da die Blanikreparatur zu aufwändig war, wurde der Bruch an Fritz Mahrer verkauft. Als Ersatz stand die ASK 13 D-0754 der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald zur Disposition, die dann erworben wurde.

Die ASK 13 am Flugplatz

 

Die B4 wurde immer weniger geflogen und aufgrund mangelnder Akzeptanz im März veräußert.

Die Wartungsarbeiten an der alten Winde gestalteten sich von Jahr zu Jahr intensiver, so dass eine gute gebrauchte Doppeltrommelwinde für DM 8.000,- angeschafft wurde. Die »alte« diente weiter als »Ersatzteillager«.

In der Saison gab es 441 Windenstarts.

Jaro Misun nahm an den Schweizer Segelflugmeisterschaften teil und erreichte den 19. Rang.

Der Herbst bescherte der Luftsportgruppe Südwest einen Sturmschaden, bei dem Teile vom Hallendach der Motorflugzeughalle einstürzten und Schäden an den abgestellten Flugzeugen verursachten.

Die Winde

 

Das Regierungspräsidium erteilte der Luftsportgruppe Südwest die Genehmigung für einen einjährigen UL Probeflugbetrieb.

Im Sommer fand in Herten wieder ein internationales Motorseglertreffen statt.

Der Fliegerball zum Jahresabschluss hatte eine mitreißende Mitternachtsshow zum Höhepunkt.

 


1984

Nachdem diverse Grundstücke im Nutzungsbereich der Luftsportgruppe Südwest zum Verkauf anstanden, wurde zur Finanzierung eine Sonderumlage in Form eines Grundstücksfonds für alle aktiven Mitglieder in Höhe von DM 100,- jährlich eingeführt. Ein Grundstück wurde 1984 gekauft.

Im Juni kamen die Motorseglerpiloten zum alljährlichen Treffen.

Das Motorseglertreffen in Herten

 

Die Flugbewegungen waren dieses Jahr stark rückläufig. Nur die Flugstunden im Segelflug konnten leicht gesteigert werden, da die Segelflieger bei einem Lager in Scharnstein gute Bedingungen erleben konnten.

Das Jahr schloss mit dem Fliegerball ab.

 


1985

Die Jahreshauptversammlung wählte einen neuen Vorstand:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Volker Gebhardt
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Manfred Kasten
  • Leiter Flugbetrieb: Kurt Springer
  • Schriftführer: Hans Jürgen Lehmann

Der UL-Probebetrieb wurde vom Regierungspräsidium um ein weiteres Jahr verlängert.

Dieter Stutz, der seit einem Jahr Fluglehrer war, trat die Nachfolge von Kurt Springer als Ausbildungsleiter in der Luftsportgruppe Südwest an. Kurt Springer, der »Motor« der Fliegerei in Herten, gab sein Amt altersbedingt auf.

Die Luftsportgruppe Südwest erwarb ein weiteres Grundstück. Infolge der Pistenverlegung wurden als Ausgleichsmaßnahme verschiedene Bäume an anderer Stelle neu gepflanzt.

Am 3. Mai kollidierte Kurt Gottstein in der Startphase mit einem Radfahrer, der die Piste überquerte. Schwerer Personenschaden und ein stark beschädigtes Flugzeug waren die Folge.

Die Jodel nach der Kollision mit einem Radfahrer

 

Begünstigt durch das gute Wetter konnten die Start- und Flugstundenzahlen erheblich gesteigert werden.

Manfred Kasten erflog in Spanien mit der ASW 20 in einer Welle 7.891 Meter, erfüllte damit die Bedingungen für den Höhendiamamten und erhielt das FAI-Diplom »Gold C mit 3 Diamanten«.

Nachdem inzwischen auch die offizielle Genehmigung für den Campingplatz vorlag, wurde eine Platzordnung und ein Benutzungsvertrag für jeden Camper erstellt.

Der Campingplatz der Luftsportgruppe Südwest

 

Der Fliegerball fand mangels Interesse und fehlendem Organisator nicht statt.

 


1986

Nach langwierigen Verhandlungen ging die »Koppenhöferhalle« zum 1. Januar in den Besitz der Luftsportgruppe Südwest über.

An der Generalversammlung wurde nach dem Rücktritt von Hans Jürgen Lehmann als neuer Schriftführer Ferdinand Schmidt in den geschäftsführenden Vorstand gewählt.

In alter Tradition fand wieder ein Motorseglertreffen statt. Ferner war die Luftsportgruppe Südwest an der 40-Jahr-Feier des Flugplatzes Basel mit einem Motorsegler und zwei Segelflugzeugen vertreten.

Viele Anstrengungen und Aufwendungen waren für die Pistenverlegung um 7 m bzw. 26 m nach Norden erforderlich, um den nötigen Sicherheitsabstand zur Römerstraße zu erreichen.

Nach dem großen Erfolg des Flugplatzfestes wurden das Vereinsheim und die Werkstatt weiter ausgebaut (Elektroinstallationen, Gasheizung).

Die Luftsportgruppe Südwest kaufte ein »Oldtimer« Löschfahrzeug, das entsprechend den Anforderungen eines Rettungsfahrzeugs ausgebaut wurde.

Die Motorseglerpiloten diskutierten über den Kauf eines Kunststoffmotorseglers anstelle der »Falken«. Kontrovers und emotional wurden die Vor- und Nachteile erörtert. Ferdinand Schmidt machte sich für die neue Generation stark und bestellte zunächst auf seinen Namen eine Dimona. Er hatte dabei den Hintergedanken, dass der Verein diese später übernehmen würde. Anlässlich einer a.o. Generalversammlung wurde der Beschluss für den Erwerb tatsächlich bewilligt und der bisherige Motorsegler D-KDEZ verkauft.

Der F-Schlepp erfolgte nach wie vor auf privater Basis durch die Haltergemeinschaft Hermann Gehring / Hans Fräulin.

Hermann Gehring und Hans Fräulin, die F-Schlepppiloten von Herten

 


1987

An der Generalversammlung wurde der Vorstand neu gewählt:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Rainer Müller
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Manfred Kasten
  • Leiter Flugbetrieb: Kurt Springer
  • Schriftführer: Ferdinand Schmidt

Um die Situation beim F-Schlepp nachhaltig zu verbessern (Lärmreduzierung und zeitliche Verfügbarkeit), wurde nach fachkundiger Begutachtung von Toni Seger das Motorflugzeug DR 300 D-EAIO angeschafft, das anlässlich der Taufe den Namen »Herten« erhielt. Der Initiator des Flugzeugkaufs, Manfred Kasten sowie die Segelflieger Felix Kaiser, Fredl Kormann und Jürg Gehrig haben durch ihre Vorfinanzierung die Anschaffung möglich gemacht.

Die Robin DR 300, das zweite Motorflugzeug der Luftsportgruppe Südwest

 

Im Mai traf die im Vorjahr bestellte DIMONA D-KLSW ein. Die Begeisterung der Mitglieder war groß, alle Bedenken waren zerstreut und alle wollten so rasch als möglich eingewiesen werden.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde wegen anstehender Landkäufe und Investitionen für die Pistenverlegung notwendig. Gleichzeitig wurde der weitere Ausbau des Vereinsheims genehmigt, der Dank großzügiger Sachspenden von Ferdinand Schmidt zügig voranschritt.

Rainer Müller wurde als neuer Pächter des Vereinsheims gewonnen.

Mit Schreiben vom 22. Oktober erteilte das Regierungspräsidium Freiburg im Einvernehmen mit der Stadt Rheinfelden die unbefristete – aber stets widerrufbare – Außenlandegenehmigung für Ultraleicht-Flugzeuge und motorisierte Hängegleiter. Es wurde dabei zur Auflage gemacht, dass nicht mehr als insgesamt zehn Ultraleicht-Flugzeuge betriebsbereit gehalten werden dürfen.

 


1988

Die DIMONA und die DR 300 kamen bei den Piloten gut an und wurden viel geflogen. Leider verursachte die Dimona einen hohen Wartungsaufwand, was den unermüdlichen Motorseglerwarten Alfred Gassner und Walter Obert sehr viel abverlangte.

Die Schleppmaschine D-EAIO erhielt eine Seileinzugsvorrichtung.

Die Luftsportgruppe Südwest musste ein weiteres Grundstück käuflich erwerben.

Den ersten Segelflug über 500 km vom Flugplatz Herten aus flog Manfred Kasten am 1. Mai mit der ASW 20. Nach über sechs Stunden Flugzeit war der Flug erfolgreich absolviert und wurde groß gefeiert.

Das Flugplatzfest wurde in Verbindung mit dem Motorseglertreffen durchgeführt.

Werner Brombacher löst die Sonderaufgabe beim Motorseglertreffen

 


1989

Im Vorstand gab es nach den Wahlen folgende Veränderungen:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Rainer Müller
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Manfred Kasten
  • Leiter Flugbetrieb: Hermann Klausen
  • Schriftführer: Klaus Lindemer

Im Segelflugzeugpark gab es eine Neuorientierung. Nachdem die KA 8 über 30 Jahre im Einsatz war und die Piloten das Flugzeug nur noch in Ausnahmefällen flogen, wurde es nach Belgien verkauft. Für die ASK 13, die über dem Anschaffungspreis verkauft werden konnte, kam ein neuer Kunststoffdoppelsitzer TWIN III Astir Acro D-6285 als Ersatz. Die Finanzierung erfolgte ohne Belastung des Vereins durch den Verkauf der KA 8 sowie der ASK 13 und durch Darlehen von den Mitgliedern, die bereits die Vereinsmotormaschine vorfinanziert hatten.

Die Luftsportgruppe Südwest erwarb ein weiteres Grundstück.

Das Flugplatzfest im Juni wurde mit einer Rocknacht ergänzt. Erstmalig fand ein Rockkonzert in der Motorflughalle statt. Ca. 600 Jugendliche zog die »Oldies Revival Band« aus Rheinfelden an und bescherte der Luftsportgruppe Südwest einen immensen Bierumsatz.

Anton Seger startete zum Erstflug mit seinem selbstgebauten Motorflugzeug Pottier P50.

Beim letzten genehmigten Flugtag nahm auch die Crossair teil.

Saab 340 der Crossair beim Überflug

 


1990

Der Flugplatz Herten war nach langen Verhandlungen nun Zollflugplatz, d.h. vom Flugplatz konnten jetzt jederzeit mit gewissen Auflagen Auslandflüge direkt erfolgen.

Der Twin III Doppelsitzer wurde vor dem Rathaus in Rheinfelden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Oberbürgermeister Niethammer getauft.

Der Oberbürgermeister Niethammer mit seinen Kindern im TWIN ASTIR

 

Der von Hans Kapp gebaute offene Hänger, der für den Blanik gedacht war und nie zum Einsatz kam, erwies sich auch für den Twin Astir als unbrauchbar. Gemäß Vorstandsbeschluss wurde daraufhin ein geschlossener Hänger der Firma Gödde für den Twin beschafft. Hierbei erwies es sich als Fehler, eine zweitklassige günstige Version gewählt zu haben, was später hohen Reparaturaufwand verursachte.

Die Vereins- Motormaschine erhielt nach Ablauf der zulässigen Betriebszeit einen neuen Motor und stand deshalb in der Hochsaison eine längere Zeit nicht zur Verfügung.

Die anfängliche Begeisterung für die Dimona nahm ständig ab. Der Druck für den Verkauf wurde von allen Seiten stärker. Die Warte beklagten sich hinsichtlich der hohen Wartung und Reparaturen, die Motorseglerpiloten bemängelten die geringe Zuladung und umständliche Handhabung. Fazit: Die Dimona wurde zu wenig geflogen und es mehrten sich die Stimmen, den Motorsegler zu verkaufen.

 


1991

An der ordentlichen Mitgliederversammlung am 25. Februar gab es wieder Vorstandswahlen. Der geschäftsführende Vorsitzende stellte sich zur Wiederwahl. Er wurde mit knapper Mehrheit wiedergewählt und nahm die Wahl auch an. Da sich jedoch keine weiteren Mitglieder zur Wahl stellten, musste eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden.

Am 8. März wurde dann der folgende Vorstand gewählt:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Manfred Kasten
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Reinhard Babst
  • Leiter Flugbetrieb: Hermann Klausen
  • Schriftführer: Ferdinand Schmidt

Die Mitgliederversammlung beschloss ein vereinseigenes Ultraleicht-Flugzeug (UL) zu beschaffen.

Die Luftsportgruppe Südwest kaufte wiederum ein Grundstück.

Die Kinder der Grundschule Karsau waren auf dem Flugplatz zu Gast und machten mit dem TWIN ASTIR die ersten »Schnupperflüge«.

Aufgrund des großen Erfolges wurde das Flugplatzfest im Juni wieder in Verbindung mit einer »Rocknacht« durchgeführt. Auch dieses Mal bescherte das Fest eine gehörige Aufbesserung der Vereinskasse. Die Belastung für die Helfer war jedoch zu groß. Für die Zukunft wurde ein neues Konzept gesucht.

Am 13. April flog Horst Giessler als erster Pilot nach der Wende von Herten aus mit seiner Cessna nach Rudolstadt in Thüringen.

Jaro Misun nahm vom 13. bis 27. Juni an den 23. Segelflugmeisterschaften der Slowakei teil und erreichte den 12. Platz in der Gesamtwertung.

Alfred Gassner und Rudi Kistler wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

 


1992

Im April war es soweit: Die Luftsportgruppe Südwest erhielt, nachdem bereits private ULs in Herten flogen, das erste Vereins-UL und läutete eine neue Ära der Fliegerei in Herten ein. Es war ein UL Fox C22 mit dem Kennzeichen D-MESL. Zu verdanken war die Anschaffung Klaus Lindemer, der sich unermüdlich für die UL-Fliegerei in Herten eingesetzt hatte und diverse Mitglieder für die Vorfinanzierung hatte gewinnen können.

Das erste UL der Luftsportgruppe Südwest Fox C22

 

Die Resonanz bei den Mitgliedern war sehr positiv, nicht zuletzt weil man als Inhaber eines deutschen Luftfahrerscheins in Colmar für DM 30,- einen französischen UL-Flugschein erwerben konnte, ohne jemals ein UL gesehen zu haben. Die Ernüchterung kam nach Erhalt jedoch auf der Stelle, da man mit diesem Flugschein in Deutschland nicht fliegen durfte.

Erstmalig fand Ende August in Herten ein Segelkunstfluglehrgang für Fluglehrer in Herten statt. Den Zuschauern wurde wirklich etwas geboten, da zu Beginn des Lehrgangs diverse Kunstflugfiguren förmlich »frei erfunden« wurden und mit teilweise spektakulären Flugmanövern beendet wurden. Alle Teilnehmer bestanden den Lehrgang und wurden glückliche Besitzer des Kunstflugscheins für Segelflugzeuge.

Im Bereich Motorflug und Motorsegler fanden zum Teil heftig geführte Diskussionen über die Vereinstauglichkeit des vorhandenen Flugmaterials statt. Angebote über Alternativen wurden eingeholt, aber die Gruppen waren so unterschiedlich strukturiert, dass für das weitere Vorgehen keine Einigung erzielt werden konnte.

Das Vereinsjahr schloss mit einer Weihnachtsfeier.

 


1993

An der Generalversammlung wurden diverse Satzungsänderungen beschlossen. So fand neben formalen Ergänzungen nun auch der UL-Betrieb Eingang in die neue Satzung.

Mangels Teilnahme der Mitglieder fand kein Flugplatzfest statt. Bedingt durch anhaltend schlechtes Wetter, wurden die fliegerischen Aktivitäten stark eingeschränkt.

Die Stadt Rheinfelden belegte den Tankstellenbetrieb auf dem Flugplatz mit diversen kostenintensiven Auflagen. So musste u.a. die Betankungsfläche betoniert und durch den Einbau eines Schlamm- und Bezinabscheiders sichergestellt werden, dass kein Treibstoff in das Grundwasser gelangen konnte. Um die finanzielle Situation der Luftsportgruppe Südwest nicht zu gefährden, wurde auf einer a.o. Mitgliederversammlung eine zweijährige Mitgliederumlage beschlossen.

Unser Ehrenmitglied Kurt Springer wurde 80 Jahre alt. Im kleinen Kreis feierten wir das Jubiläum auf dem Flugplatz und ließen uns von Kurt die »Highlights« seiner Fliegerei mit manch außergewöhnlichen Erlebnissen erzählen.

Kurt Springer in Feierlaune

 


1994

Nach langen Diskussionen der Motorseglerpiloten sowie auf dringendes Anraten der Motorseglerwarte wurde im Vorstand beschlossen die Dimona zu verkaufen. Leider musste vor dem Verkauf nach Luxemburg noch ein neuer Motor mit Propeller eingebaut werden. Die »konservative« Motorseglergruppe setzte sich durch und es wurde ein Rotax-Falke bestellt.

Der Umbau der Betankungsfläche unter der Bauleitung von Dieter Stutz wurde abgeschlossen und behördlich abgenommen. Alle Auflagen waren erfüllt und dem Tankstellenbetrieb stand nichts mehr in Wege. Die behördlichen Auflagen schlugen mit ca. DM 45.000,— zu Buche.

Jaro Misun nahm an den 8. Europameisterschaften der Clubklasse in der Slowakei teil und erreichte den 29. Rang. In der Slowakei vollendete Jaro seinen 500km Zielflug und erfüllte damit sämtliche Bedingungen für das FAI Diplom »Gold C mit 3 Diamanten«.

 


1995

Alle Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes stellten sich nicht mehr zur Wahl.

Manfred Kasten konnte auf 20 Jahre Vorstandsmitarbeit zurückblicken.

Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Volker Holtmann
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Klaus Trede
  • Leiter Flugbetrieb: Nasser Alamouti
  • Schriftführerin: Rosemarie Marty

An der Mitgliederversammlung wurde Hans Alfred Hagist für seine langjährigen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

Kurt Springer erhielt für seine langjährigen Verdienste als Fluglehrer für Segelflug und Motorsegler vom scheidenden Vorsitzenden die goldene Ehrennadel für Fluglehrer des DAeC. Kurt Springer hat sich für den Verein verdient gemacht.

Kurt Springer erhält von Manfred Kasten die goldene Ehrennadel des DAeC

 

Als Ergebnis der guten Finanzlage beschloss die Mitgliederversammlung unter Auflagen diverse Flugzeugkäufe, die im Laufe des Jahres abgewickelt wurden.

Die Zulassung für Herten als Zollflugplatz wurde vom Grenzschutzamt aufgrund eigener personeller Engpässe wieder aufgehoben.

Im Frühjahr wurde der neue Motorsegler, ein Rotax-Falke D-KLSW geliefert. Das Flugzeug kam bei den Motorseglerpiloten sehr gut an und wurde viel geflogen. Die Flug- und Steigleistungen waren überraschend gut und überzeugten auch die Skeptiker.

Der Rotax Falke SF25

 

Um den hohen Leistungsansprüchen der Segelflieger gerecht zu werden, erfolgte kurz darauf der Kauf eines Hochleistungsseglers DG 300 mit dem Kennzeichen D-1373. Leider war kein Hänger dabei. Uwe Jäger stellte seinen noch vorhandenen »Elfe«-Hänger zur Verfügung. Hans Koller und Gert Hess mussten viele Stunden aufwenden, um den Hänger für die DG 300 anzupassen.

Die DG 300 am Flugplatz in Herten

 

Der Unterstand für die Segelflugzeuganhänger hinter der Motorflughalle, der teilweise von Mitgliedern vorfinanziert worden war, konnte in Betrieb genommen werden.

Im Rahmen des an der Generalversammlung gefassten Beschlusses wurde ein zweites Motorflugzeug angeschafft, eine Morane D-ENME. Der Kaufpreis wurde zum Teil von den Mitgliedern vorfinanziert. Die Luftsportgruppe Südwest verfügte nun über ein zusätzliches Motorflugzeug für den Reiseflug. Hiermit wurden diverse Auslandsflüge unternommen, u.a. von Nasser Alamouti, Alex Koller und Hans Hermann Wein zu den englischen Kanalinseln Jersey und Guernsey.

Die Morane als zusätzliches Motorflugzeug

 

Mit den Flugzeugkäufen noch nicht genug:

Der an der Mitgliederversammlung gefasste Beschluss, das Vereins-UL zu ersetzen, wurde tatsächlich umgesetzt. Da die Vereinskasse keine weiteren Ausgaben zuließ, erfolgte die Finanzierung aus dem Verkaufserlös des vorhandenen ULs und durch Vorfinanzierung der UL-Piloten.

Das neue UL Fox C22 in Herten am Flugplatz

 


1996

An der Generalversammlung wurden Gert Hess und Hans Zimmermann aufgrund ihres langjährigen Einsatzes zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Heinz Korella wurde Deutscher UL- Meister und Patrick Watermann Schweizer UL-Meister.

Die Hertener UL-Piloten nahmen mit fünf ULs am Sachsenmarathon teil. Die Teilnehmer wurden von Ministerpräsident Erwin Teufel, der sich gerade in Rheinfelden aufhielt, auf dem Flugplatz verabschiedet.

Erwin Teufel verabschiedet die UL-Piloten zum Sachsenmarathon

 


1997

Die Generalversammlung im Januar brachte Veränderungen im Vorstand:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Wolfgang Reitz
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Harald Waldvogel
  • Leiter Flugbetrieb: Nasser Alamouti
  • Schriftführerin: Rosemarie Marty

In Frühjahr wurde ein »Fly In« in Puimoisson (Frankreich) von Manfred Kasten organisiert. Mit vereinseigenem Motorsegler, Motormaschine sowie Beteiligung diverser Privatmaschinen wurde ein Flug in die Provence absolviert. Ausflüge in die nähere Umgebung sowie feuchtfröhliches Tretbootfahren in der Verdun-Schlucht und Kennenlernen der provencalischen Küche gehörten zum Programm.

Die Mitglieder Gerd Beutemann, Hans Hagist, Roland Kirchhofer und Dr. Hermann Klausen machen den Erstflug mit ihrem selbstgebauten UL-Doppeldecker »Renegade II«.

An der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. Juli wurde der Ersatz des ULs beschlossen. Das neue UL D-MREH vom Typ Ikarus C42 wurde durch den Verkauf des bisherigen ULs D-MPAQ sowie Vorauszahlungen durch UL-Piloten finanziert.

Die neue UL-Generation in Herten, der Ikarus C42 der Luftsportgruppe Südwest mit Klaus und Patrick Watermann

 

Um den Ersatz der Motormaschine D-ENME zu ermöglichen, folgte auf Initiative der Motorflieger eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung am 7. November. Eine zu geringe Leistung bzw. Zuladung sowie die Ausstattung wurden als Gründe für die Anschaffung eines »echten« Reiseflugzeugs genannt. Für die Ersatzbeschaffung wurde die am Platz privat stationierte Morane D-EBWV ins Auge gefasst.

 


1998

Die Finanzlage der Luftsportgruppe Südwest war wieder einmal stark angespannt und so suchte man nach Möglichkeiten Kosten einzusparen. An der Mitgliederversammlung stellte Harald Waldvogel ein Kasko-Modell zur Reduzierung der Versicherungsbeiträge vor. Nach ausführlichen Diskussionen und Erläuterungen wurde das Kasko-Modell angenommen.

Der Verkauf der D-ENME zog sich in die Länge. Schlussendlich hatte Alex Koller einen Käufer in England gefunden. Im Gegenzug, so lautete der Mitgliederbeschluss, konnte dann die bis dahin privat betriebene Morane D-EBWV übernommen werden. Optimal ausgestattet (IFR) wurde die Maschine zunächst von vielen Motorpiloten geflogen.

Im Juni organisierte Peter Gottstein in Herten ein internationales »Jodel« Treffen. Zahlreiche Flugzeuge vom Typ Jodel gastierten dabei in Herten.

Das Jodeltreffen in Herten auf dem Flugplatz

 

Die Morane MS893 der Luftsportgruppe Südwest

 

Leider nahmen Lärmbeschwerden zu, so dass Gespräche mit der Stadt bzw. den umliegenden Gemeinden notwendig wurden. In diversen Gesprächen mit Vertretern der Stadt Rheinfelden und des Regierungspräsidiums konnte ein gemeinsamer Konsens gefunden werden.

Aufgrund der hohen Belastungen traten die Warte für UL und Motorsegler zurück. Der Vorstand entschied daraufhin die Wartung zukünftig auswärts zu vergeben.

 


1999

An der ordentlichen Mitgliederversammlung im Januar stellte sich der gesamte Vorstand wieder zur Wahl und wurde durch die anwesenden Mitglieder bestätigt.

Das Flugplatzfest im Juli fand reges Interesse und war für die Luftsportgruppe Südwest ein großer Erfolg.

Die anfängliche Begeisterung für die neue »Reise-Maschine« Morane MS893 hielt sich inzwischen in Grenzen, die Auslastung ging zurück. So wurden bereits im Sommer die Stimmen laut, das Flugzeug wieder zu verkaufen.

Im Juni starteten Wolfgang Reitz und Harry Waldvogel mit dem Motorsegler D-KLSW zu einem Spanienrundflug, der sie über Gibraltar bis Casablanca (Marokko) führte.

Wolfgang Reitz und Harald Waldvogel zurück aus Marokko

 


2000

An der ordentlichen Generalversammlung legte der Vorstand die fliegerische und finanzielle Bilanz der Sparten vor. Daraus ergab sich, dass die Auslastung der beiden Motormaschinen stark rückläufig war. Zur Verbesserung der Situation wurde den Mitgliedern ein Gesamtpaket vorgeschlagen. Dieses sah vor, die beiden Motormaschinen sowie die wenig geflogene »ASTIR CS« nebst Winde zu verkaufen. Als Ersatz sollte ein Motorflugzeug angeschafft werden, das für Reiseflug und Schleppbetrieb geeignet sein sollte und die Lärmschutzanforderungen besser erfüllte. Mit Budgetrahmen stimmten die Mitglieder diesem Vorschlag zu.

Für ihre langjährigen Verdienste in der Luftsportgruppe Südwest wurden Vlastimil Misun und Walter Obert zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Im März fand die BWLV-Bezirkstagung in Herten statt. Neben diversen Informationen seitens des BWLV wurde die geplante neue Luftraumstruktur in Südbaden von den Behördenvertretern vorgestellt. Die geplanten Veränderungen stießen auf wenig Gegenliebe, da sie die gesamte Sportfliegerei in Südbaden betrafen.

Die Referenten bei der Bezirkstagung des Baden Württembergischen Luftfahrtverbands in Herten Lore Sturm und Gert Weinelt (rechts)

 

Im Frühjahr trat Dieter Stutz als Ausbildungsleiter zurück. Als Nachfolger stellte sich Marco Termignone zur Verfügung. Das Schulungsangebot wurde mit großer Unterstützung durch Anton Seger um die CVFR-Ausbildung erweitert.

Trotz schlechten Wetters war das Flugplatzfest im Juli letztendlich ein Erfolg.

Die Verkaufsanstrengungen für die drei Flugzeuge gestalteten sich schwierig. Jedoch gelang es Alex Koller, beide Motormaschinen zu den budgetierten Verkaufssummen zu veräußern. Das Segelflugzeug wurde von Hans Koller nach Namibia verkauft. Der Ersatzbeschaffung eines Motorflugzeuges stand nichts mehr im Wege, so dass im Herbst die »neue« Jodel DR 400 D-EDLF mit neuem Motor und Schlepphaken nach Herten kam. Die Bedürfnisse der Motorflugpiloten wurden damit in hohem Maße erfüllt.

Die DR 400 der Luftsportgruppe Südwest über Rheinfelden

 


2001

Die ordentliche Mitgliederversammlung wählte einen neuen Vorstand:

  • Geschäftsführender Vorsitzender: Hans Hermann Wein
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: Harry Waldvogel
  • Leiter Flugbetrieb: Dr. Nasser Alamouti
  • Schriftführer: Erich Meyer
  • Technischer Leiter: Patrick Watermann
  • Segelflugreferent: Dr. Hans Koller
  • Motorseglerreferent: Daniel Güdemann
  • Motorflugreferent: Alex Koller
  • UL-Referent: Manfred Plewka
  • Öffentlichkeitsreferent: Dr. Peter Gottstein
  • Ausbildungsleiter: Marco Termignone